AWO Bildungswerk Thüringen gGmbH
... weil mehr Wissen mehr bewegt.

Schubladen in meinem Kopf

Wenn pflegebedürftige Menschen in eine Pflegeeinrichtung ziehen, verlassen sie damit ihr vertrautes Umfeld, ihren Freundes- und Bekanntenkreis, mit dem sie Gemeinsamkeiten teilen. In der Einrichtung treffen sie dann auf Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensbiografien und Lebensweisen. Dies bietet Raum für ein angenehmes und vielfältiges Miteinanderleben, kann aber auch Platz für Diskriminierung und Vorurteile unter den Bewohner*innen, Pflegekräften bzw. Angehörigen bieten. Besonders vor dem Hintergrund, dass die aktuell sich im Pflegeprozess befindlichen Personen in Zeiten von Krieg, Verfolgung, Rassenhass etc. geprägt worden sind und dementsprechend das Anders-Sein oft noch als etwas Negatives ansehen. 

Hier setzt das Konzept der „Vorurteils- und vielfaltsensible Haltung in der Pflege und Betreuung“ an. Dies hat ihren Ausgangspunkt im Anti-Bias-Ansatz (Derman-Sparks und Brunson-Philips). Der Anti-Bias-Ansatz ist ein Konzept der antidiskriminierenden Bildungsarbeit, der in der deutschen Bildungslandschaft seit einigen Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewinnt.

Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ist dieser Ansatz bereits seit vielen Jahren in der Anwendung. Für den Bereich der stationären Pflege und Betreuung gab es bislang keine spezifischen Konzeptionen zum Umgang mit Vielfalt und Diskriminierung. Aus diesem Grund wurde das Konzept „Vorurteils- und vielfaltsensible Haltung in der Pflege und Betreuung“ entwickelt. Folgende Hauptziele werden damit verfolgt:

  • Der*die Pflegebedürftige lebt in Würde, unabhängig von seinem*ihren persönlichen Hintergrund.
  • Die eigenen Vorurteile sind allen am Pflege- und Betreuungsprozess Beteiligten bewusst.

Diese Ziele sollen durch ein Fortbildungs- und Supervisionskonzept erreicht werden, welches alle Bereiche der stationären Pflegeeinrichtung einbezieht. Gearbeitet wird in insgesamt acht Schritten mit dem Leitungsteam, dem Pflege- und Betreuungsteam und dem Bewohnerbeirat.

Das Projekt werden mit Mitteln des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport gefördert. 

Zeitraum: 1. Januar bis 31. Dezember 2019

Ansprechpartnerin beim AWO Bildungswerk:

Julia Kowalski
Tel.: 0361 511 509-15
E-Mail: Kowalski@awo-thueringen.de